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Die Zeit der Bestätigung

Er hat lange auf seinen Moment gewartet. In dieser Saison erlebt Théo Golliard ihn endlich. Mit 23 Jahren entdeckt der Freiburger mit dem FC Winterthur die Schweizer Super League – nach einem Weg mit Umwegen, Lernphasen und einer erfolgreichen Wette im Ausland.
 

Ausgebildet beim Team AFF-FFV sammelte der Freiburger seine ersten Erfahrungen im Profifussball in Vaduz in der Challenge League. Eine erste «ernsthafte» Station (fünf Tore und elf Assists in 36 Spielen), aber noch keine vollständige Erfüllung. Danach kehrte er zu seinem Ausbildungsverein BSC Young Boys zurück, wo es dem offensiven Mittelfeldspieler schwerfiel, sich durchzusetzen. Das Talent ist da, doch Umfeld und Vertrauen passen nicht. Statt abzuwarten, trifft er eine Entscheidung: Leihe in die Niederlande.
 

Bei Helmond Sport in der zweiten niederländischen Liga verändert sich für Golliard das Umfeld – und die Dimension. In 36 Spielen erzielt er sechs Tore und gibt fünf Assists. Vor allem aber sammelt er viele Einsatzminuten, übernimmt Verantwortung und findet die Konstanz, die ihm zuvor fehlte. Das weckt das Interesse von Winterthur, das ihm die Tür zur Schweizer Elite öffnet.
 

In seiner ersten Super-League-Saison weist der junge Greyerzer solide Zahlen auf: drei Tore und ein Assist in der Hinrunde. Ohne Überheblichkeit, aber mit klarem Blick. «Individuell habe ich eine gute Hinrunde gespielt. Aber persönliche Leistungen sind immer mit dem Kollektiv verbunden. Wenn man unsere Tabellensituation anschaut, kann ich nicht sagen, dass es eine sehr gute Hinrunde war.»
 

Der Offensivspieler stellt sich auch den Anforderungen seiner Position in einem zunehmend datengetriebenen Fussball. «Ein Stürmer wird an seinen Statistiken gemessen. Ich weiss, dass ich noch entschlossener sein kann – sowohl bei Abschlüssen als auch bei Pässen in den letzten Metern. Das ist ein klarer Punkt, an dem ich arbeiten werde.» Als aufmerksamer Beobachter gibt Théo Golliard zudem einen offenen Einblick ins Liga­niveau. «Es gibt viele Spieler mit sehr hoher Qualität und auch echte Topspieler, die technisch und physisch über dem Liga­niveau stehen. Aber in jedem Kader gibt es auch limitiertere Spieler. Timing und Glück spielen in einer Karriere eine grosse Rolle.» Dennoch hätten gewisse Teams klar den Willen, «Fussball zu spielen»: «Einige Mannschaften versuchen wirklich, von hinten heraus aufzubauen. Am Fernsehen hatte ich diesen Eindruck nicht unbedingt. Für junge Spieler in der Entwicklung ist das sehr bereichernd.»
 

In Winterthur scheint der Freiburger ein stabiles und förderndes Umfeld gefunden zu haben. «Die Dynamik ist gesund. Der neue Trainer und der Staff bringen positive Energie. Sich vom Trainer wertgeschätzt zu fühlen, ist wichtig. Als Team spüren wir, dass wir das Potenzial haben, es besser zu machen.»

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