Mathis Dind und Ilan Reina im Rhythmus der Promotion League
Das Tempo zu wechseln – selbst nur für ein paar Tage – kann eine Entwicklung manchmal beschleunigen. Während mehrerer Trainings und Testspiele konnten Mathis Dind und Ilan Reina, beide U18-Spieler, die Anforderungen des Erwachsenenfussballs kennenlernen, indem sie die Wintervorbereitung des Promotion-League-Klubs FC Bulle mitmachten. Eine ebenso intensive wie lehrreiche Erfahrung.
Die Gelegenheit ergab sich fast von selbst. «Es lief super, wir wurden sehr gut aufgenommen. Florian Barras hat uns vorgeschlagen, die Vorbereitung mit dem FC Bulle zu machen – wir haben sofort zugesagt», erzählt Mathis Dind. Für den jungen Spieler geht die Erfahrung weit über ein gewöhnliches Training hinaus. «Es ist unglaublich, mit so erfahrenen Spielern zusammen zu sein. An der Seite von Promotion-League-Spielern zu lernen, ist eine goldene Gelegenheit.» Einige Namen kannte er bereits, doch der erste Kontakt erforderte Anpassung. «Das erste Training war schwierig für mich, ich war etwas nervös. Aber danach habe ich den Rhythmus und die Gewohnheiten angenommen.»
Auf dem Platz musste Mathis Dind zudem seine Komfortzone verlassen. «Ich habe als Aussenverteidiger gespielt, also auf einer anderen Position als beim Team AFF. Es ist spannend, auch andere Rollen zu übernehmen. Ich entdecke diese Position ein Stück weit neu.» Vor allem wurde ihm schnell der Unterschied zwischen Junioren- und Erwachsenenfussball bewusst. «Es gibt einen grossen Unterschied. Das sind Erwachsene, sie machen kaum Fehler. Alles geht schneller: Pässe, Abschlüsse… Alle Spieler sind technisch stark. Wenn man mit ihnen spielt, kann man sich in kurzer Zeit wirklich verbessern.»
Diese höhere Intensität zeigte sich auch in den Spielen. Mathis Dind kam in allen drei Testspielen gegen Stade-Lausanne Ouchy, Neuchâtel Xamax und Meyrin zum Einsatz. «Für meine Rolle finde ich, dass ich mich gut geschlagen habe. Ich bin sehr froh, das erlebt zu haben. Für meine noch junge Karriere ist das sehr wertvoll. Jeder Ratschlag ist gut mitzunehmen.»
Auch bei Ilan Reina fällt das Fazit klar aus – fast schon eindrücklich. «Der grösste Unterschied ist technisch und physisch. Das sind Erwachsene, die meisten haben bereits erwachsene Körper, ich noch nicht. Technisch ist alles sauber: Die Bälle springen nicht weg, alles kommt im richtigen Moment am richtigen Ort.» Eine ständige Anforderung, die schneller reifen lässt. «Es hat mir viel Reife gebracht. Mit erfahrenen Spielern zu spielen hilft, überlegter zu werden und zu verstehen, wie wichtig es ist, den Ball zu behalten. Jeder Ballverlust kann sofort zu einer Torchance für den Gegner werden.»
Am meisten überrascht hat ihn das Ausmass der Unterschiede. «Ich hätte nicht gedacht, dass der Unterschied zwischen Junioren- und Erwachsenenfussball so gross ist. Er ist enorm. Man merkt das erst, wenn man es selbst erlebt. Was ich mitnehme, ist diese Reife im Spiel und die Konzentration auf jedes kleine Detail, das auf höherem Niveau den Unterschied macht.»
Ilan Reina begnügt sich jedoch nicht mit dieser Erfahrung als einmaligem Erlebnis. «Mein Ziel ist es jetzt, noch mehr und noch härter zu arbeiten, um Profi zu werden und so weit wie möglich zu kommen.»
Diese Erfahrung beim FC Bulle ist Teil einer grösseren Dynamik rund um das Team AFF, das vermehrt Brücken in den Erwachsenenfussball schlägt. Mathis Dind und Ilan Reina sind nicht die Einzigen, die diesen Schritt im Winter gemacht haben. Rui und Valentino sammelten bei einer Integration beim CS Romontois ebenfalls Seniorenerfahrung, während Gaspar und Alex die Vorbereitung mit Farvagny/Ogoz absolvierten. Noa und Emilio machten ihrerseits eine ähnliche Erfahrung in Guin.




