TPF Saint-Nicolas Cup: Die 8. Ausgabe bestätigt den Aufstieg des Freiburger Turniers
Das erste Dezember-Wochenende markiert in Freiburg nicht nur die feierliche Ankunft des Nikolaus. Seit acht Jahren steht es auch für ein inzwischen unverzichtbares Treffen für Ausbildungsfachleute: die TPF Saint-Nicolas Cup, ein Turnier des Team AFF-FFV, das auch dieses Jahr wieder einige der besten europäischen Nachwuchsakademien empfängt.
Für die 8. Ausgabe reist zudem ein neuer Gast an – und nicht irgendeiner. „Das Beste, was Italien im Bereich der Nachwuchsförderung zu bieten hat“, sagt Florian Barras, Generaldirektor des Team AFF-FFV. Eine Teilnahme, die das Prestige eines Events weiter steigert, das sich inzwischen fest im europäischen U13- und U14-Kalender etabliert hat. Ein Vorgeschmack, der den Fussballfans das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt (und den Glühwein bis zum Abend warten lässt).
Ein Turnier, um auf der europäischen Landkarte sichtbar zu sein
Am Anfang des Projekts stand eine nüchterne Beobachtung. „Von Beginn an wollten wir, dass unsere Jugendlichen an hochwertigen Turnieren teilnehmen. Doch wir haben schnell gemerkt: Das Team AFF-FFV hat im Ausland wenig Sichtbarkeit und erhält nur selten Einladungen zu den grossen Turnieren“, erklärt Barras. Also entschied sich die Freiburger Struktur, die Logik umzukehren: ein eigenes Turnier aufbauen, die grossen Klubs nach Hause holen und diese Plattform nutzen, um selbst voranzukommen. Ein mutiger, aber letztlich erfolgreicher Ansatz.
Beobachten, vergleichen, anpassen: Lernen durch Konfrontation
Sportlich wurde das Ziel nie versteckt. „Dieses Turnier ermöglicht es uns, genau zu sehen, was die grossen Akademien machen. Letztes Jahr hat uns Juventus beeindruckt: Technisch und individuell waren sie klar überlegen. Das zwingt uns, unsere eigenen Ausbildungsprinzipien zu überdenken“, betont der Turnierverantwortliche. Diese direkten Vergleiche nähren die interne Reflexion – Spielrhythmus, Umschaltmomente, Qualität der Informationsaufnahme, taktische Strukturen… all das wird von den Freiburger Trainern genau analysiert, bevor es gegebenenfalls in die AFF-FFV-
Philosophie integriert wird.
Gleichzeitig besitzt die TPF Saint-Nicolas Cup eine starke emotionale Dimension. „Für unsere jungen Freiburger ist es die Chance zu träumen – und manchmal auch grosse Teams zu schlagen. Wir wollen ihnen zeigen, dass alles möglich ist“, sagt Barras. Für 12- bis 13-Jährige ist es ein einzigartiger Reiz, sich mit dem PSG, italienischen Klubs oder portugiesischen Akademien messen zu dürfen. Viele erinnern sich Jahre später noch an diese Spiele gegen die Pariser oder Turiner – oft als Schlüsselmomente ihrer Entwicklung.
Ein Turnier, das weit über die Schweiz hinausstrahlt
In acht Jahren hat sich die TPF Saint-Nicolas Cup von einem lokalen Event zu einem Turnier mit internationaler Ausstrahlung entwickelt. Der Paris Saint-Germain, seit mehreren Ausgaben ein treuer Teilnehmer, spielt dabei eine zentrale Rolle. Seine Präsenz weckt das Interesse anderer europäischer Klubs und verleiht dem Turnier zusätzliche Glaubwürdigkeit. „Die Kombination aus Aussenplatz und Sporthalle, verbunden mit dem idealen Termin im Kalender, kommt bei den Klubs sehr gut an. Unser Angebot ist attraktiv“, erläutert der Generaldirektor.
Ein Beleg dafür? Dieses Jahr hat PSG Freiburg in eine äusserst anspruchsvolle Reiseroute integriert: Südafrika → Freiburg → Las Vegas. „Das zeigt, welchen Stellenwert unser Turnier für ihre Planung hat“, freut sich Barras.
Ab Samstagmorgen lohnt sich deshalb der Weg an die Plätze von Saint-Léonard, um jene Talente zu beobachten, die schon bald Profis werden könnten. Der Glühwein hingegen hat bis zum Abend Pause.

Nolwenn Guillas - crédits photo




