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Mathis Dind: „Mit dem Trikot der Nationalmannschaft hatte ich das Gefühl, eine zweite Identität zu haben“

Zum ersten Mal für die Nationalmannschaft des Tschad aufgeboten, blickt der junge Freiburger Mathis Dind auf eine für ihn bisher einzigartige Erfahrung zurück. Überraschung, Eintauchen in ein professionelles Umfeld und die Entdeckung eines deutlich intensiveren Fussballs – er erzählt von seinem ersten Lehrgang auf internationaler Bühne.
 

Wie hast du reagiert, als du von deiner ersten Nominierung für die Nationalmannschaft erfahren hast?

Es war eine sehr schöne Überraschung. Ich stand schon seit einiger Zeit mit Trainer Raoul Savoy in Kontakt, der auch viel mit meinen Eltern sprach. Es war überraschend, aber durch diese Gespräche war ich irgendwie darauf vorbereitet.
Der Trainer hat mir die Einberufung telefonisch mitgeteilt. Meine Eltern standen neben mir, und ich war so glücklich, dass ich kaum stillstehen konnte. Das werde ich nie vergessen.

Wie verlief deine Ankunft beim Lehrgang?

Der Lehrgang ist sehr gut verlaufen. Ich bin in Genf ins Flugzeug gestiegen und habe dort den Trainer getroffen. Wir haben uns kennengelernt und später hat er auch meine Eltern und meine Schwester getroffen.
In Casablanca war alles perfekt organisiert: Ein Fahrer wartete bereits auf uns, und im Hotel habe ich einen grossen Teil des Staffs kennengelernt – es waren erstaunlich viele Personen.
Am nächsten Tag habe ich die Spieler getroffen und mich sofort wohlgefühlt.

Was hat dich an dieser Erfahrung am meisten beeindruckt?

Mehrere Dinge. Zuerst das hohe Sicherheitsniveau. Jeder Weg wurde von einer Polizeieskorte begleitet, selbst wenn wir nur zu Fuss unterwegs waren.
Ausserdem die Art und Weise, wie die Menschen mich wahrgenommen haben: Für sie war ich ein ganz normaler Profispieler. Ich wurde um Fotos und Autogramme gebeten – etwas, das ich noch nie erlebt hatte. Für mich bin ich einfach Mathis, ein Junge, der in seiner Stadt Fussball spielt. Aber mit dem Nationalmannschaftstrikot fühlte es sich so an, als hätte ich eine zweite Identität: die eines Profispielers.

Wie hast du die Intensität des internationalen Fussballs auf dem Platz erlebt?

Am meisten beeindruckt haben mich die Intensität und die technische Qualität. Die Spieler sind Erwachsene, also geht alles schneller, es ist körperlicher und technisch auf sehr hohem Niveau.
Ich brauchte etwas Zeit, um mich daran zu gewöhnen. Aber nach ein paar Tipps von Kapitän Marius Muandilmadji konnte ich die Vorgaben gut umsetzen und es lief sehr gut.
Auch ohne Einsatzzeit habe ich enorm viel gelernt: durch Beobachten, durch das Training mit der Mannschaft und durch die täglichen Anforderungen, die ich gesehen habe. Dadurch wurde mir klar, was es braucht, um den Schritt in den Profifussball zu schaffen.

Wie würdest du das Gruppenleben innerhalb der Nationalmannschaft beschreiben?

Das Team funktioniert wie eine grosse Familie. Die Stimmung ist wirklich angenehm: Alle lachen viel und sind positiv, aber wenn gearbeitet wird, sind alle fokussiert.
Es gibt ein echtes Vertrauensverhältnis zwischen Staff und Spielern. Da sich das Team im Aufbau befindet, dienen die Lehrgänge vor allem dazu, gemeinsam Fortschritte zu machen und die Basis des Spielsystems zu legen.
Die letzten Spiele waren sehr positiv im Hinblick auf das grosse Ziel: die Qualifikation für den Afrika-Cup 2027.

Welchen Spielstil hat Trainer Raoul Savoy implementiert?

Der Trainer setzt auf einen sehr vertikalen Fussball, mit schnellen Angriffen und viel Intensität. Dieser Stil bringt die individuellen Qualitäten und die Schnelligkeit der Spieler besonders gut zur Geltung.

Welches persönliche Feedback hast du nach dem Lehrgang erhalten?

Der Trainer sagte mir, dass ich mich gut in die Mannschaft integriert habe. Er erklärte mir auch, dass der Staff meine Qualitäten gut erkennen konnte – und dass sie mich auch als Person geschätzt haben.

Wie sehen deine Perspektiven mit der Nationalmannschaft aus?

Im Moment geht es vor allem darum, Leistung zu bringen und hart zu arbeiten, um hoffentlich für den nächsten Lehrgang erneut aufgeboten zu werden. Alles Weitere wird sich zeigen.

Zum Schluss: Möchtest du jemandem danken?

Ja. Ich möchte allen danken, die mir diese unvergessliche Erfahrung ermöglicht haben: dem Team AFF, dem tschadischen Verband, dem Trainer, der mir vertraut hat, sowie meiner Familie und meinen Freunden.

Nolween Guillas - crédits photos

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