Julien Miere – das Auge, das die Schweiz an der U17-WM begleitet hat
Als Assistenztrainer des FC Bulle und Mitarbeiter des Team AFF-FFV erlebte Julien Miere in diesem Herbst eines der prägendsten Kapitel seiner noch jungen Karriere: die Teilnahme an der U17-Weltmeisterschaft als Videoanalyst der Schweizer Nationalmannschaft. Eine vollständige Immersion in ein Hochleistungsumfeld, die ihm einen privilegierten Einblick in die Anforderungen des internationalen Spitzenfussballs gewährte.
Für den Freiburger hatte bereits die blosse Teilnahme eine starke symbolische Bedeutung.
„Es war aussergewöhnlich. Du repräsentierst dein Land in einem extrem anspruchsvollen Wettbewerb. Es ist erst das zweite Mal, dass die Schweiz an einer U17-Weltmeisterschaft teilnimmt. Nationen wie die Niederlande oder Spanien waren nicht einmal qualifiziert. Das zeigt, wie schwierig es ist, sich für dieses Turnier zu qualifizieren. Es ist ein riesiger Stolz“, erzählt er.
Der Villarois führt seine Geschichte fort. Vor Ort im Katar war alles darauf ausgerichtet, die Leistung zu optimieren. Während 28 Tagen lebte er im Rhythmus des internationalen Wettkampfs.
Obwohl er bereits Erfahrung mit solchen Wettbewerben hatte – etwa mit den U17-Qualifikationen auf europäischer Ebene –, blieb Julien Miere dennoch beeindruckt.
„Nichts ist vergleichbar mit dem, was ich in Katar erlebt habe“, bestätigt er. „Ich habe noch nie ein solches Mass an Professionalität gesehen. Alles wurde von der FIFA organisiert: die Plätze waren perfekt, die Logistik reibungslos und der Spielrhythmus intensiv.“
Er ergänzt: „Wir waren zwei Analysten in Vollzeit, die alle drei Tage – nach jedem Spiel – die Daten produzieren und auswerten mussten.“
Dieses Umfeld ermöglichte es dem Freiburger, hautnah zu erfahren, was Leistung auf höchstem Niveau wirklich bedeutet.
„Man muss effizient arbeiten und präzise handeln. Ich habe noch nie ein solches Niveau an Anforderungen erlebt.“
Während vier Wochen folgte sein Alltag einem perfekt abgestimmten Ablauf: Analyse des gespielten Matches noch am selben Abend und Fertigstellung am Folgetag, anschliessend ab J–2 die unmittelbare Vorbereitung auf den nächsten Gegner in Zusammenarbeit mit dem zweiten Analysten und dem Staff. Dazu kam die Erstellung individueller Videos für jeden Spieler an J–1, um die direkten Duelle vorzubereiten, sowie taktische Simulationen des kommenden Gegners im Abschlusstraining.
„Der Arbeitsaufwand in der Vorbereitung ist enorm. Wir kannten unsere Gegner sehr gut. Was ich mitnehme, ist die Präzision der Details. Man kann ein Spiel wirklich äusserst sorgfältig vorbereiten.“
Ein Schweizer Kollektiv, das sein Potenzial bestätigt
Der Schweizer Weg an dieser WM überraschte den Freiburger Analysten nur teilweise. Die jungen Helvetier scheiterten im Viertelfinale gegen Portugal, den späteren Turniersieger.
„Ich bin nicht überrascht vom Niveau unserer Mannschaft. Das Kollektiv ist hervorragend, mit Spielern, die bereits Minuten im Profifussball gesammelt haben. Wir waren ganz nah dran, etwas Grosses zu erreichen“, sagt Miere.
Und weiter: „Seit Jahren – seit der U15 und davor – wird konstant gute Arbeit geleistet. Die nationale Philosophie wird auf jeder Stufe respektiert.“
Auf individueller Ebene hebt der Videoanalyst die Qualität des Schweizer Talentpools hervor.
„Auch wenn sie noch jung sind, ist das ein sehr hohes Niveau. Sie sind technisch stark, clever und können sich schnell anpassen.“
So intensiv das Erlebnis auch war, es war gleichzeitig zutiefst menschlich.
„In 28 Tagen habe ich die Zeit nicht vergehen sehen. Trotz der Arbeitsbelastung bleibt die Zusammenarbeit innerhalb des Staffs mein stärkstes Erinnerungsstück. Die Verbindung, die man in einem solchen Turnier aufbaut, ist einzigartig.“
Diese Erfahrung schärft Mieres akribischen Blick auf den Elitefussball weiter und bereichert die Freiburger Ausbildung, indem sie ihr Expertise bringt, die direkt aus den höchsten internationalen Anforderungen stammt.




